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Sind Implantate ein gleichwertiger Ersatz für die eigenen Zähne?

Die Frage, ob Implantate eine gleichgute Lebenserwartung haben wie die natürlichen Zähne hängt von der Ursache für den Zahnverlust ab. Wurde der Zahn wegen sehr tiefer Karies entfernt, ist ein Implantat gegenüber einer sehr aufwendigen Rekonstruktion der natürlichen Zahnwurzel oft die sicherere Lösung, da kein erneutes Auftreten von Karies oder eine Wurzelfraktur zu befürchten sind. Musste der Zahn aber aufgrund fortgeschrittenen Knochenabbaus infolge Zahnfleischentzündung extrahiert werden, ist das Implantat für erneuten Knochenabbau stärker gefährdet als die natürliche Zahnwurzel.

Wieso ist ein Implantat durch Mundbakterien stärker gefährdet als der natürliche Zahn?

Beim natürlichen Zahn ist die Oberfläche der Zahnwurzel mit der Wurzelhaut , dem Parodont, überzogen. Diese „Schutzhaut“ bedeutet für den umgebenden Knochen eine gute Sicherung vor mechanische Überbelastungen. Zusätzlich finden sich im Parodont viele Abwehrzellen, die ein Eindringen von Mundbakterien (Plaque) unter das Zahnfleisch verhindern. Die Titanoberfläche des Zahnimplantates steht direkt mit dem umgebenden Knochen in Kontakt, ohne eine „Schutzhaut“. Deshalb ist der Knochen um den natürlichen Zahn viel besser geschützt als beim Implantat.

Kann ein Patient erkennen, ob er für Zahnfleischentzündung besonders gefährdet ist?

Die Anfälligkeit für Zahnfleischentzündung ist teilweise erblich bedingt. Wenn Vater, Mutter oder Geschwister schon früh lockere Zähne bekommen haben, spricht das für ein erhöhtes Parodontitis-Risiko. Der Zahnarzt kann mit Hilfe des PSI-Wertes (Parodontaler Screening Index) den Grad der Entzündung feststellen. Bei einem PSI-Wert von 3 - 4 liegt eine mittelschwere bis fortgeschrittene Zahnfleischentzündung mit deutlichem Knochenabbau vor. Wenn in diese Mundhöhle Implantate eingesetzt werden sollen, ist es unbedingt notwendig, vorher eine systematische Zahnfleischbehandlung durchzuführen. Ansonsten werden die Implantate sofort infiziert und gehen aufgrund der schlechteren Abwehrlage noch schneller als eigene Zähne wieder verloren.

Wie kann man Implantate vor Zahnfleischentzündung schützen?

Der Patient kann durch seine persönliche Mundhygiene sehr viel erreichen. Mit einer guten Zahnputztechnik, die auch mit Zahnzwischenraumbürstchen durchgeführt wird, ist es möglich, den Zahnfleischrand um die Implantate weitgehend bakterienfrei zu halten. Damit ist die wichtigste Voraussetzung für die Gesunderhaltung von Implantaten erreicht. Zusätzlich ist mehrmals im Jahr eine Kontrolle durch den Zahnarzt notwendig, damit ein Eindringen von Bakterien unter das Zahnfleisch frühzeitig erkannt wird, bevor die Entzündung zu Knochenabbau führt. Durch regelmäßige professionelle Zahnreinigung, die auch die Bakterienbeläge unter dem Zahnfleisch entfernen sollte, kann dem Fortschreiten einer Zahnfleischentzündung sehr gut vorgebeugt werden.