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Wie wichtig sind gesunde Zähne für die Allgemeingesundheit?

Nur mit gesunden Zähnen kann man richtig essen. Studien haben gezeigt, dass Menschen die nicht gut kauen können, eine geringere Lebenserwartung haben.

Kann eine Zahnfleischentzündung krank machen?

Neue Untersuchungen belegen, dass eine tiefe Zahnfleischentzündung (Parodontitis) die Durchblutung des Herzmuskels beeinträchtigt. Dadurch wird langfristig das Risiko für einen Herzinfarkt erhöht. Mit einer systematische Zahnfleischbehandlung kann aber die Durchblutungsfunktion wieder deutlich verbessert werden.

Welche Rolle spielt dabei die Vererbung?

Anfang dieses Jahres konnten Forscher an der Universität Kiel zeigen, dass eine sehr starke Zahnfleischentzündung bei jungen Erwachsenen (aggressive Parodontitis) und ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt auf einer gleichen Veränderung der Erbanlagen beruhen. Für diese Patienten ist es wichtig, dass eine aggressive Parodontitis frühzeitig erkannt wird. Dann kann gezielt ein eventuell erhöhtes Herzinfarktrisiko abgeklärt werden. Durch die Behandlung der Parodontitis wird das langfristige Risiko für einen Herzinfarkt reduziert.

Entstehen auch bei anderen Herzkrankheiten zusätzliche Risiken durch Parodontitis?

Ja bei Patienten mit einem angeborenen Herzfehler, einer künstlichen Herzklappe oder wenn schon einmal eine Entzündung der Herzinnenhaut (Endokarditits) bestand, können aufgrund von Parodontitis Bakterien ins Blut gelangen und eine gefährliche Entzündung am Herzen verursachen. Aber auch Patienten mit künstlichen Gelenken sind gefährdet.

Werden noch andere Krankheiten durch die Zähne beeinflusst?

Ja, bei der Zuckerkrankheit (Diabetes) erschwert eine Zahnfleischentzündung das Einstellen des Blutzuckers auf normale Werte.

Gibt es Patienten, bei denen kaputte Zähne besonders gefährlich sind?

Wenn bei einer Krebsbehandlung eine Bestrahlung im Kopfbereich erforderlich ist, wird der Speichelfluss extrem verringert sein. Hier ist es besonders wichtig, dass die Zähne ganz gesund sind und der Patient besondere Prophylaxemassnahmen erhält. Unbehandelte Vorschäden an den Zähnen (Karies) würden sich sehr schnell verschlechtern. Dadurch können dann Entzündungen im Kieferknochen auftreten, die nicht mehr ausgeheilt werden können.

Wie wirkt sich eine Parodontitis bei einer Chemotherapie aus?

Durch eine Chemotherapie werden die Abwehrkräfte des Körpers reduziert. Eine Entzündung am Zahnfleisch oder auch in einem anderen Bereich des Körpers breitet sich dann viel schneller aus. Zur Bekämpfung von Knochenmetastasen und bei Osteo-porose werden in letzter Zeit auch vermehrt spezielle Medikamente (Bisphosphanate) eingesetzt, die zwar Tumormetastasen und Knochenabbau wirksam eindämmen, aber gleichzeitig besonders den Kieferknochen in seiner Abwehrkraft extrem schwächen. Eine bestehende Zahnfleischentzündung kann dann zum Absterben großer Kieferbereiche führen. Deshalb ist die Ausheilung einer Parodontitis vor Chemotherapie sehr wichtig, um späteren Komplikationen im Mund und Kopfbereich vorzubeugen.